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Warum die Kamera im Webinar nur in 360p oder 480p überträgt?

Teilnehmer fragen manchmal, warum die Plattform kein Full-HD- oder 4K-Kamerabild anbietet. Die Antwort liegt in der Struktur des Webinar-Bildschirms und in der Art, wie Videostreaming funktioniert. Hier ist eine verständliche Erklärung ganz ohne Fachjargon.



Wie der Webinar-Bildschirm aufgebaut ist


Der Webinar-Bildschirm ist in zwei Spalten aufgeteilt. Die linke Spalte enthält die Kamera des Referenten mit seinem Namen und den Steuerelementen, und darunter erstreckt sich der Chat über die gesamte verbleibende Höhe. Die rechte Seite des Browserfensters ist vollständig für Folien, Präsentationen, Bilder und die Bildschirmfreigabe reserviert.



Die Referentenkamera belegt nur eine kleine Zone innerhalb der linken Spalte. Genau deshalb bringt eine höhere Kameraauflösung ab einem bestimmten Punkt keine sichtbare Verbesserung für die Teilnehmer.



Wie viele Pixel der Kamerabereich tatsächlich benötigt


Nehmen wir einen typischen Laptop- oder Desktop-Bildschirm mit 1920 × 1080 Pixeln (Full HD). Das ist die bei Webinar-Teilnehmern am häufigsten anzutreffende Auflösung.


Der Kamerabereich nimmt etwa ein Drittel der Bildschirmbreite ein. Ein Drittel von 1920 Pixeln ergibt genau 640 Pixel. Bei einem Seitenverhältnis von 16:9 beträgt die entsprechende Höhe 360 Pixel. Das entspricht genau dem 360p-Format.


Mit anderen Worten füllt ein 640 × 360-Stream den Kamerabereich Pixel für Pixel aus, ohne jegliches Skalieren und ohne Qualitätsverlust.



Stellen wir uns nun vor, wir würden das Kamerabild in Full HD (1920 × 1080) übertragen. Der Browser würde einen 1920 × 1080-Stream empfangen und ihn sofort auf 640 × 360 herunterskalieren, um ihn in den Bereich einzupassen. Der Teilnehmer würde exakt dasselbe Bild sehen wie bei 360p. Der visuelle Unterschied ist null, während der Datenbedarf um das 8- bis 12-Fache steigt.


Der Kern des Problems ist einfach: Höhere Auflösung bedeutet erheblich mehr Daten bei einem auf dem Bildschirm vollkommen identischen Bild.



Bandbreitenanforderungen


Das Streaming von Video erfordert Internetbandbreite, und je höher die Auflösung, desto mehr Daten müssen pro Sekunde übertragen werden.



Format

Ungefähre Bandbreite

360p

0,4 Mbit/s

480p

0,7 Mbit/s

720p (HD)

2 Mbit/s

1080p (Full HD)

5 Mbit/s

4K (UHD)

20 Mbit/s


Ein Teilnehmer mit einer Verbindung von 1 Mbit/s kann ein Webinar in 360p problemlos verfolgen. Full HD würde mindestens 5 bis 6 Mbit/s allein für den Kamerastream erfordern, ohne Folien und Chat einzurechnen. Bei einer instabilen Verbindung käme es zu Rucklern, Verbindungsabbrüchen und Tonverzögerungen.


Es lohnt sich, daran zu erinnern, dass die Einsparung bei der Bandbreite in beide Richtungen wirkt. Auch der Referent sendet einen Stream in die Cloud, und je weniger Daten übertragen werden müssen, desto stabiler läuft die Übertragung. Das ist besonders wichtig, wenn der Moderator von zu Hause oder aus einem Besprechungsraum mit einem gewöhnlichen WLAN-Anschluss sendet.



Smartphones und Tablets


Ein großer Teil der Teilnehmer schaut Webinare auf mobilen Geräten. Ein Smartphone-Bildschirm hat typischerweise eine CSS-Breite von 360 bis 414 Pixeln, unabhängig von der physischen Auflösung des Displays. Ein 640 × 360-Video überschreitet die Breite eines solchen Bildschirms bereits, sodass der Browser es ohnehin herunterskaliert. Full HD auf einem Telefon bringt keinen visuellen Mehrwert, verbraucht jedoch 12 bis 15 Mal mehr mobiles Datenvolumen und entlädt den Akku schneller.



Fazit


Die Formate 360p und 480p in MyOwnConference sind eine bewusste Designentscheidung und kein technisches Limit.


Der Kamerabereich des Referenten nimmt etwa ein Drittel der Bildschirmbreite ein. Auf einem Standard-Monitor mit 1920 × 1080 entspricht das genau 640 Pixeln Breite und 360 Pixeln Höhe, also exakt 360p. Ein Videostream in diesem Format füllt den Kamerabereich perfekt aus, ohne jeglichen Qualitätsverlust. Würden wir in Full HD streamen, würde der Browser des Teilnehmers das Bild trotzdem auf 640 × 360 herunterskalieren, und niemand würde einen Unterschied bemerken.


Der Unterschied bei der Netzlast wäre hingegen enorm. Das 360p-Format benötigt zwischen 0,3 und 0,5 Mbit/s, während Full HD mindestens 5 Mbit/s erfordert. Dank dieser Entscheidung können Teilnehmer mit mobilem Internet, instabilem WLAN oder langsameren Verbindungen dem Webinar ohne Unterbrechungen folgen.


Wenn Sie auf Ihre Teilnehmer einen starken Eindruck machen möchten, investieren Sie in eine gute Beleuchtung, einen klaren Ton und sorgfältig gestaltete Folien. Diese Faktoren bestimmen, wie ein Webinar wahrgenommen wird, und nicht die Auflösung eines kleinen Kamerabereichs am Rand des Bildschirms.

Aktualisiert am: 24/03/2026

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